Was Sachsen sin von echtem Schlaach,
die sin nich dod ze griechen.
Drifft die och Gummor Daach fier Daach,
ihr froher Mut wärd siechn.
„Das gonnde noch viel schlimmer gomm“,
so feixen richtche Sachsen.
Was andre forchtbar schwär genomm’,
dem fiehlnse sich gewachsn.
Mit diesem Ausschnitt aus dem Gedicht „Unverwüstlich“ der berühmten Mundartdichterin Lene Voigt aus dem Jahr 1935 waren wohl auch die Enthusiasten vom Musikverein am zweiten Septemberwochenende beseelt.
Kürzlich zum Straßenmusiksonntag in der Partnergemeinde Bräunlingen im Programm des Musikvereins vorgetragen, waren Voigts Zeilen quasi Motto für den Einsatz zum „Sommerfest“ 2026 in und an der KulturTankstelle.
Und dieses hatte einige Überraschungen parat. Zum Beispiel – das Wetter. Zunächst Ende Juni geplant, alles aufgebaut und vorbereitet, mussten wir es auf Grund der großen Hitze (fast 40 Grad) absagen. Die vielen Künstler (2 Chöre, 4 Bands, drei Tanzgruppen, Instrumentalgruppen, Puppenspieler und Schüler der Musikschule) waren traurig, aber froh – denn auch für das Publikum war dies bei diesem extremen Wetter unzumutbar.
Schnell war ein Ersatztermin gefunden: Sommerfest 2.0 am 12./13.9.26 – natürlich ahnten wir nicht, dass gerade an diesem Wochenende jede Menge Volksfeste in der näheren Umgebung einluden.
Die meisten Gruppen stimmten auch diesem Termin zu, lediglich die beiden Chöre hatten nun ihre Auftritte am Sonntag zum musikalischen Frühschoppen.
Lachte am Sonnabend die Sonne vom Himmel und lockte die Gäste zum Verweilen im Garten, so ließ der Dauerregen am Sonntagvormittag nur die Variante Frühschoppen im trockenen Saal zu. Natürlich ist Rockmusik live in Zimmerlautstärke kaum zu spielen, doch nach Bitten unserer Zuhörer erklangen die Hits – vorgetragen von T-Rock, OMC und Simple Live (jeweils in kleiner Besetzung) in gedämpfter Lautstärke und das Publikum tanzte und sang kräftig mit. Ein herzliches Dankeschön an unsere Bands.
Und ebenso gilt unser Dank dem Possendorfer Gesangverein sowie dem Chor „Wolja“ aus Dresden, die für den krönenden Abschluss des musikalischen Frühschoppens sorgten und sehr viel Freude ins Haus brachten. „Wochenend’ und Sonnenschein“ war auch im Saal ein Genuss.
Bereits am Sonnabend hatte das Duo „Küchenfraktion“ am Nachmittag aufgespielt. Die beiden Dresdner fanden lange keinen Probenraum, probten deshalb in der Küche (deshalb ihr Band-Name), ehe sie in der KulturTankstelle sehr gute Probenbedingungen fanden und sich hier auf ihre Auftritte – vorwiegend bei Firmen- oder Privatfeiern – vorbereiten können.
Die Seniorentanzgruppe wartete sogar – passend zum Wetter – mit großen Sonnenschirmen auf und tanzte unter Leitung von Petra Thiel verschiedene Reigen- Square- und Volkstänze. Die Flötengruppe des Musikvereins, einige Musikschüler sowie Gerald Scholz als Liedersänger vor allem von Gerhard Schöne-Liedern und deutschen Volksliedern sorgten für abwechslungsreiche musikalische Unterhaltung. Ein Höhepunkt waren die indischen Tänze von Mitgliedern der Bollywood-Tanzgruppe Kashara aus Dresden sowie ein Fusion-Tanz, getanzt von Ashok vom „Duo insignis“.
Ausgestellt und verkauft wurden auch kleine Präsente von Mitgliedern des Kreativzirkels an der KulturTankstelle und Herr Richter von der Macher-Ecke präsentierte seine Schwibbögen von Bannewitz.
Für das leibliche Wohl waren neben selbstgebackenen Kuchen auch herzhafte Benderiki (ukrainische Pfannkuchen) und Kartoffel-Piroggen (gefüllte Teigtaschen) sowie Gegrilltes mit hauseigenem Kartoffelsalat der Renner.
Die Gäste fühlten sich wohl, freuten sich über die Runden am Glücksrad (Danke an die Eutschützer Mühle), doch, o Schreck, einer fehlte. Um 15:00 Uhr warteten über 20 Kinder und viele Eltern auf ihren Puppenspieler. Leider musste Marco Vollmann passen, sein Auto streikte in Dresden und die Puppenbühne, der Spieler nebst Kasper und die anderen lustigen Gesellen konnten nicht kommen. Die Musikvereinsvorsitzende Elisabeth Scholz versuchte zu trösten, alle Kinder bekamen ein Extra-Geschenk und die Mitwirkenden am Sonnabend überbrückten die Pause mit Zugaben. Auch dafür ein Extra-Dankeschön.
Und eins ist schon jetzt versprochen: Bei den nächsten KulturTagen wird der Kasper kommen, im Zweifelsfall zu Fuß! Also jetzt schon vormerken: Sonnabend, 3. Juli 2027, 15:00 Uhr freuen wir uns ganz besonders.
Denn, wie schon oben geschrieben:
Trifft die Sachsen auch Kummer Tag für Tag,
ihr froher Mut wird siegen!
















